Anne Berlit | Verdichtung durch Abriss, 2017
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Verdichtung durch Abriss, 2017

Beschreibung des Vorhabens: 

10 Stadtvillen in bevorzugter Lage, inmitten großer parkähnlicher Grundstücke, die im Zuge von städtebaulicher Verdichtung zum Abriss freigegeben sind, werden Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung. 

Jedes einzelne dieser Gebäude hat einen besonderen ganz individuellen Charakter. Diesen zu sehen, wahrzunehmen und in künstlerische Objekte, Installationen, Zeichnungen, Geschichten zu transformieren, um auch nach dem Abriss für Betrachter erfahrbar zu bleiben, ist Ziel dieser künstlerischen Arbeit. 

Es soll etwas hinüber gerettet werden, das vielleicht im einen oder anderen Fall Erinnerungen wachruft oder Ideen für eine neue Entwicklung liefert. Eine Raumerfahrung soll erlebbar werden, die einen Dialog von alter und zeitgenössischer Architektur herstellt. 

Der Abriss geschichtsträchtiger, repräsentativer Gebäude auf oftmals großflächigen, parkähnlichen Grundstücken, und darauf folgend die maximale Bebauung unter Ausnutzung aller freien räumlichen Kapazitäten, hat in den letzten Jahren, insbesondere in den privilegierten Wohnvierteln des Ruhrgebietes zugenommen. Ich habe diesen Prozess, insbesondere im Essener Süden, photographisch begleitet. Dabei sind mir folgende Fragen gekommen: „Wie wollen wir in Zukunft leben? Verhindert diese Art der neuen Bebauung Segregation? Welchen Dialog führt die neue Architektur, die sich oftmals an den Bauhaus-Gedanken anlehnen soll, mit dem Umfeld? Wie können Spuren der alten Bebauung im Gedächtnis bleiben? Wie ist es möglich, durch künstlerisch kreative Visualisierung und Transformation eine kritische Auseinandersetzung über dieses Thema mit den Stadtbewohnern in Gang zu setzen? Natürlich kann eine künstlerische Arbeit nicht alle diese Fragen befriedigend beantworten. Ziel ist es aber mit der Erarbeitung von raumgreifenden Installationen, Zeichnungen, Fotographien und Objekten Denkanstösse zu geben, die eine kritische Auseinandersetzung ermöglichen und kreative Denkprozesse in Gang setzen. 

Massnahmen: 

Meine künstlerischen Arbeiten beziehen sich vorwiegend auf den Raum, meistens den Ausstellungsort, der geografisch oder architektonisch festgelegt ist. Die für mich daraus resultierenden Themen und Fragestellungen untersuche ich nach unterschiedlichen Gesichtspunkten, die mir zu den jeweiligen Themen und Orten relevant erscheinen. Daraus entstehen Arbeiten, wie „Nostalgia“, die den Sehnsuchtsbegriff in der Kunstkirche Christ König in Bochum thematisiert, oder „Perpendicular“ für Cube2016 in Krakau, die der polnischen Bevölkerung das Lot aus der Vertikalen deutlich nach rechts rückt. Die Untersuchung meines unmittelbaren Wohnumfeldes ist neu für mich und bietet mir mit dem Thema „Verdichtung durch Abriss“ eine spannende Herausforderung. Die Arbeit gliedert sich in 6 Teilabschnitte: 

1. Transformation der 10 vorhandenen fotografischen Gebäude- Abbildungen in Raumobjekte aus Glas Auf einer zweidimensionalen Fläche erscheinen, je nach Lichteinfall, die nicht mehr existierenden Gebäude als dreidimensionale Schattenzeichnung.

2. Einladung der weiteren beteiligten Künstler

 3.) Charakteristik Jedes der geschichtsträchtigen Abrisshäuser hat eine besondere Charakteristik in der Architektur, im Umfeld, in der Erzählung… Diese Charakteristika, das Besondere möchte ich versuchen zu finden und in eine Zeichnung, ein Objekt, eine Installation übersetzen, um damit den Dialog mit der neuen Bebauung zu führen. 3.) Ausstellungs-Kooperation mit Künstlern, die raumbezogen arbeiten, sich auf das Ausstellungsprojekt einlassen und jeweils einen Raum, einen speziellen Ort im Ausstellungsgebäude thematisch erarbeiten.

 4.) Ausstellungsort Suche nach einem möglichen Ausstellungsort bevorzugt in Essen oder im Ruhrgebiet. Es sollte ein geschichtsträchtiges, repräsentatives Gebäude sein, das kurz vor dem Abriss steht, nicht mehr bewohnt ist und dem mit dieser Ausstellung noch einmal eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. 

5.) Ausstellung und Diskussion a.) Podiumsdiskussion unter anderem mit Bausachverständigen der Stadt, einem Bauunternehmer, Architekten, Künstler, einem Vertreter der Denkmalbehörden. Es sollen Fragen diskutiert werden, die unter Punkt 2 aufgeführt sind. b.) die Ausstellung soll im ganzen Gebäude raumbezogen die unterschiedlichen Fragestellungen zum Thema aufgreifen und in kreative Prozesse transformieren. 

6.) Dokumentation Dokumentation der Ausstellungsergebnisse in einem Katalog 

Die Arbeit „Verdichtung durch Abriss“ ist für mich eine besondere Herausforderung. Sie beschäftigt sich mit einem komplexen Thema auf unterschiedlichen Ebenen. Sie erfordert diszipliniertes und genaues Vorgehen mit Sensibilität in der Sache, da das Thema in der Öffentlichkeit sicher kontrovers diskutiert wird. „Verdichtung“ verhilft mir, mich auf das Thema Urbanität in meinem unmittelbaren Wohnumfeld zu fokussieren und aus meinen Untersuchungsergebnissen und den offenen Fragestellungen eigenständige künstlerische Objekte zu erarbeiten, die nachhaltig die Gesellschaft zu kreativen Denkprozessen anregen können. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern reflektiere ich meine eigene Sicht- und Denkweise und erweitere so nicht nur mein eigenes Bewusstsein, sondern auch das der anderen Beteiligten und Rezipienten. Ich arbeite nicht nur im eigenen Atelier, sondern bin im Dialog und im Arbeitsprozess mit anderen und stelle meine Arbeit und die der beteiligten Künstler in die Öffentlichkeit. 

Zeitliche Planung:

1. Transformation, Januar-März 2017

Transformation der 10 vorhandenen fotografischen Gebäude- Abbildungen in Raumobjekte aus Glas. 

2. Einladung, Februar 2017, 

Einladung der weiteren  beteiligten Künstler: Ubbo Kügler, Dirk Schlichting, Dirk Hupe, Brigitte Dümling, PAERSCHE, Peter Stohrer

3. Charakteristik, März- Juni 2017

jedes der Häuser hat eine besondere Charakteristik in der Architektur, im Umfeld, Erzählung…

Diese Charakteristika , das Besondere möchte ich versuchen zu finden und in ein Zeichnung, ein Objekt, eine Installation übersetzen, 

um damit einen Dialog mit der neuen Bebauung zu führen.

4. Ausstellungsort, Mai- Juni 2017

Suche nach einem geeigneten Ausstellungsort , bevorzugt in Essen. Es sollte ein geschichtsträchtiges, repräsentatives Gebäude sein, das kurz vor dem Abriss steht , nicht mehr bewohnt ist und dem mit einer Ausstellung noch einmal eine besondere Würdigung und Aufmerksamkeit gewidmet wird.

5. Ausstellung und Diskussion, September 2017

a.) Podiumsdiskussion mit Bausachverstndigen der Stadt, einem Bauunternehmer, Architekten, Künstlern, einem Vertreter der Denkmalbehörde

b.) Ausstellung soll im gesamten Gebäude raumbezogen, die unterschiedlichen Fragestellungen zum Thema aufgreifen und in kreative Prozesse transformieren. 

6. Dokumentation, Ende September, Anfang Oktober 2017