Anne Berlit | Aktuelles
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Aktuelles

Verdichtung durch Abriss – wie wollen wir in Zukunft leben?

Wir laden herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung

Verdichtung durch Abriss – Wie wollen wir in Zukunft leben?

ein Projekt von Anne Berlit

https://www.freiraum-weberplatz.de

http://www.e-c-c-e.de/alle-news/news-detail/ausstellungseroeffnung-verdichtung-durch-abriss.html

https://www.facebook.com/AnneBerlit/

https://www.nrz.de/staedte/essen/kuenstler-stellen-in-ausstellung-fragen-zur-stadtplanung-id212078477.html

mit den Künstlerinnen und Künstlern:

Anne Berlit, Marita Bullmann, Brigitte Dümling, Dirk Hupe, Benjamin Gages, Ubbo Kügler, Thomas Reul, Dirk Schlichting, Peter Stohrer

Eröffnung: 3. Oktober 2017, 17.00 Uhr

Ort: Weberplatz 1, 45127 Essen

Öffnungszeiten: Do. Sa. So. 17.00- 19.00 Uhr

Ausstellungsende: 15. Oktober

Einführung: Dr. Gregor Jansen, Direktor Kunsthalle Düsseldorf

 

Aspects of urbanity in the Ruhr area cities are given special consideration, perception and artistic transformation. Ten urban villas in a desirable location, situated on large, park-like plots, having been approved for demolition as part of an urban densification scheme, form the starting point of an art process. In recent years, there has been an increase in the demolition of prestigious historical buildings, located on often sprawling, park-like plots, especially in the privileged residential districts of the Ruhr area, with the subsequent construction of housing which exploits every inch of the available space. Anne Berlit has followed this process photographically, particularly in the south of Essen, prompting numerous questions: “How do we want to live in the future? Does this new kind of construction avoid segregation? How does this new architecture, often supposedly sympathetic to the Bauhaus principles, engage in a dialogue with its surroundings? How can traces of the old buildings be remembered? How is it possible, through an artist’s creative visualisation and transformation, to initiate a critical discussion about this topic with the inhabitants of the city?” A single work of art can not offer satisfactory answers to all these questions. However, the aim is to trigger creative thought processes, through spatial installations, drawings, photographs and objects, stimulating a critical discourse. In collaboration with artists Brigitte Dümling, Benjamin Gages, Dirk Hupe, Ubbo Kügler, Thomas Reul, Dirk Schlichting and Peter Stohrer special consideration is given, within the framework of an installation, to one of the buildings threatened by demolition.

Translation: Monika Frost Pepper

    


Jubiläumprogramm „XL – 40 Jahre Kunsthaus Essen“

im Rahmen des Jubiläumsprogramms des Kunsthaus Essen werde ich mein Projekt
„Verdichtung durch Abriss – wie wollen wir in Zukunft leben?“ am 31. 05. 19.30 Uhr vorstellen.
Seit 10 Jahren begleite ich photografisch Häuser, meistens um 1900 auf großflächigen Grundstücken erbaut, die jetzt durch eine neue Raum greifende Bebauung ersetzt werden und dadurch nicht nur das Stadtbild durch bauliche Verdichtung verändern.
Eine installative Ausstellung im September in einem solchen „Abriss Gebäude“ wird mit Beteiligung von den KünstlerInnen Brigitte Dümling, Dirk Hupe, Ubbo Kügeler, PAERSCHE, Dirk Schlichting, Peter Stohrer und mir selbst realisiert. Vor dem geplanten Abriss wird dem Gebäude damit letztmalig eine besondere Würdigung zuteil.

Das Projekt wird gefördert von:

http://www.kunsthaus-essen.de

http://www.e-c-c-c-e.de


DREI KÜNSTLERINNEN DER GEGENWART

Institut français Mainz

Schillerstraße 24-26

55116 Mainz

Vernissage: Freitag, 12. Mai | 18.00 Uhr

Ausstellung des Institut Français Mainz in Zusammenarbeit mit der Galerie Klaus Braun, Stuttgart.

Im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz (Motto: „Epochen und Episoden“) widmet sich das Institut Français ganz der Gegenwart, mit einem künstlerischen Blick auf das Heute.

Gemeinsam mit dem Galeristen Klaus Braun aus Stuttgart, einem ausgewiesenen Kenner der zeitgenössischen Kunstszene auch im Hinblick auf Frankreich, sind drei derzeit international beachtete Künstlerinnen zu einer Ausstellung in Mainz eingeladen: Anne Berlit, Erin Lawlor und Maria Mathieu. In den einzelnen Werken der drei Künstlerinnen werden auf ganz unterschiedliche Weise die Auseinandersetzung mit heutigen Themen bearbeitet und dargestellt. In einer Einführung in die Ausstellung zur Vernissage werden wesentliche Aspekte der Werke vermittelt. Alle drei Künstlerinnen werden zudem persönlich zur Ausstellungseröffnung anwesend sein.

Die Künstlerinnen

Anne Berlit

Die Arbeiten von Anne Berlit, die auf ihr Stipendium in der Cité in Paris rekrutieren, resultieren aus dem direkten Kontakt mit Farben und Materialien und nicht aus der Umsetzung theoretischer Konzepte. Das „Sehen“ spielt eine zentrale Rolle in ihrem empirischen, prozessbasierten Ansatz. In der Serie „Couleurs de Paris“, begonnen in dem kleinen Studio in der Cité wurden Raum, Licht und Farbe untersucht und ihre Wirkungen beobachtet, um entweder in Aquarellen sofort vor Ort oder in die künftige Arbeit im heimischen Atelier einzufließen.

Erin Lawlor

Erin Lawlor, gebürtige Engländerin, die bis vor kurzem viele Jahre in Paris lebte und arbeitete, gewinnt immer breitere Anerkennung durch ihre internationalen Ausstellungen. In ihrer Malerei gelingt ihr eine Neuausrichtung der gestischen Abstraktion mit dem Schwerpunkt Zwischenräume zu bilden. Dies erreicht Sie durch eine Art viskose Strömung, einem breiten fließenden Schwung von nasser, verdünnter Farbe aus einer Palette von dunklen, doch floralen Farben.

Maria Mathieu

Maria Mathieus Filzbilder nehmen gerne grafische Formen des Raumes auf: das Rechteck der Wand, das Fliesenmuster des Bodens oder die Verschachtelung des Parketts und abstrahiert sie mittels Filz auf einen Träger, meist Acrylglas, an die Wand. Filz ist seit Beuys ein Bedeutungsträger in der Kunst geworden. Doch Filz ist auch als natürlicher Rohstoff in unserer Alltagswelt in vielfältiger Form präsent, den wir wegen seiner Wärme, Behaglichkeit und Formbarkeit schätzen. Die Künstlerin Maria Mathieu setzt diese Eigenschaften farbenfroh ins Bild.

http://www.mainz.institutfrancais.de

http://www.galerie-klaus-braun.de


Raumwerke

Zur langen Nacht der Museen in Stuttgart am 2. April von 19.00 -2.00 Uhr
ist die Galerie Klaus Braun zu Gast in „Die Raumgalerie“, Ludwigstraße 73,
dem Treffpunkt der Stuttgarter Architekturszene,
und zeigt die Ausstellung „Raumwerke“, ausgewählte Arbeiten, die in den Raum vordringen von Anne Berlit, Christiane Grimm, Matthias Lutzeyer, Harald Schmitz Schmelzer,
www.galerie-klaus-braun.de


Kunst im Knast, seit 2002

Beklemmend, dieses Erlebnis. Ich war im Bau: JVA Gelsenkirchen, Aldenhofstr. 99-101, eine Pressekonferenz im Dezember 1998. Der Anlass: die Fertigstellung des zwei Jahre zuvor begonnenen, auf 104.000 Quadratmeter erbauten Gefängnisses mit rund 550 Plätzen im geschlossenen Vollzug.

Für Kunst im Knast war ich unterwegs, ein Thema, das die Gesellschaft spaltet. Ästhetik für Strafgefangene? Wozu? Wer hinter den 5,50 Meter hohen Betonmauern landet, hat doch  selbst Schuld ist landläufige Meinung.

Viel aber hat sich geändert. Haft als Strafmaßnahme ist nicht mehr alleiniges Ziel. Resozialisierung wird angepeilt. § 37 StVollzG sieht vor: „Arbeit, arbeitstherapeutische Beschäftigung, Ausbildung und Weiterbildung dienen insbesondere dem Ziel, Fähigkeiten für eine Erwerbstätigkeit nach der Entlassung zu vermitteln, zu erhalten oder zu fördern.“

Kunst kann dabei helfen. Eine multifunktionale Haft-Architektur auch. Damals wurden der Öffentlichkeit die beiden, vom Düsseldorfer Künstler Horst Gläsker gestalteten Andachtsräume der JVA Gelsenkirchen (einer für Männereiner für Frauen) als von den Häftlingen positiv angenommene Orte der Einkehr vorgestellt: Kunst-im-Bau statt der bekannteren Kunst-am-Bau „in einem so gesehen schönen Gefängnis, falls es das überhaupt gibt“ schrieb ich in der Neuen Rhein Ruhr Zeitung.

Jetzt, fast zwanzig Jahre später, holt die Essener Künstlerin Anne Berlit Knast-Erinnerungen zurück. Bei unserem Treffen im Hinterhof-Atelier, Ruschenstraße 36 in Essen-Bredeney erzählt mir die 1959 geborene Baden-Württembergerin, Meisterschülerin von David Rabinowitch und bekannt für ihre installativ-performative Kunst, wie, warum und wieso sie sich seit 2002 in der JVA Gelsenkirchen und seit drei Jahren in der JVA Essen, wöchentlich, immer dienstags, für jeweils zwei Stunden engagiert. „Die meisten Inhaftierten wollen lernen, die Wirklichkeit abzubilden, Landschaft, Tiere, Portrait. Ein für alle vorgegebenes Thema stelle ich nicht. Einer möchte Frau und Kind zeichnen, ein anderer Angst oder Wut farbig ausdrücken.“

Als Anne Berlit einmal ein Anatomiemodell mitbringen wollte, „gab’s eine Riesenaufregung: Der Schädel darf nicht mit rein. Aber genau das ist natürlich etwas, was die Häftlinge interessiert.“

Dabei wundert sie sich manchmal selbst darüber, „wie so ein Bulli von Mann von Anfang an sensibel Farben anrührt. Klar, dass ich zunächst, als ich den Malkurs von meinem Künstlerkollegen Jürgen Paas übernommen hatte, etwas unsicher war. Aber ich habe direkt gesagt: Entweder ich fühle mich wohl bei euch, dann komme ich wieder. Oder ich fühle mich unwohl, dann kann ich nicht kommen, weil ich euch dann auch nichts vermitteln kann.“

Anne Berlits Stärke ist ihre Offenheit. Und ihr pädagogischer Duktus. „Man darf sich nicht verstellen, man muss authentisch sein. Ich habe da keine Ängste“, sagt die zierliche Frau. „Auf Augenhöhe den Inhaftierten begegnen, sie abholen, wo sie stehen, ist mir wichtig.“

Anne Berlit hat an der PH Heidelberg Kunst, Englisch, Deutsch auf Lehramt studiert, danach freie Kunst an der Düsseldorfer Akademie. Und sie hat Krankenschwester gelernt, zudem in einem anthroposophischen Hospital eine Mal-Therapeutenausbildung gemacht. „Auch in meiner Kunst arbeite ich partizipativ und raumbezogen. Der Malkurs in der JVA ist da keine Ausnahme. Es gefällt mir, Räume zu schaffen, um jemanden an dem, was ich kann, teilhaben zu lassen.“

Wo andere zumachen, ist Anne Berlit offen. Für Drogenabhängige, Dealer, Diebe, die meisten zwischen 20 und 40 Jahre alt, aus unterschiedlichsten Nationen und sozialen Milieus, „der Bildungsstand ist höchst unterschiedlich. Mancher kann weder lesen noch schreiben, viele sitzen oft mehrere Jahre ein. Im Malkurs aber gilt es, jeden so anzunehmen, dass er etwas für sich mitnimmt, sich entwickelt.“ Trotz Vertrauensverhältnis aber lässt sich Anne Berlit nicht vereinnahmen.

Was die sanft konsequente Frau wöchentlich leistet, ist reinste Integrationsarbeit, so etwas wie eine praktische Nahbeziehung von Mensch zu Mensch, kommunikativ, sozial, flexibel für individuelle Förderung. Der Weg ist das Ziel, mit künstlerischer Praxis baut sie Brücken. Streng nach Curriculum zu arbeiten, hält Anne Berlit für falsch. Es ist ihre feine Art effektiver Nicht-Linien-Kompetenz, die das Projekt Kunst-im-Knast so erfolgreich macht. Obwohl die Herausforderungen hoch sind. Aber: „Das Arbeiten macht Schwieriges leicht. Beim Malen sind alle gleich.“

Für die Inhaftierten bedeutet Anne Berlits Zugewandtheit einen „halben Quadratmeter Freiheit“, wie eine im letzten Jahr vom Verein „Art and Prison“ im Liechtensteinischen Landesmuseum initiierte Ausstellung mit Kunst aus dem Knast hieß. Für sehr Talentierte bedeutet es zudem die Möglichkeit, eigene oder im Auftrag von Mithäftlingen gemalte Bilder gegen Kaffee oder Tabak zu tauschen. Kunst ist auch im Knast eine harte Währung. Anne Berlit zeigt mir Arbeiten ihrer Schützlinge. Die sind oft so gut gemacht, dass ich den Hut ziehe vor einer Künstlerin, die Enormes leistet. Erst kürzlich noch fragte die JVA Werl für Malkurse an. Und sogar Familien- und Arbeitstherapien hat Anne Berlit schon gemanagt – ruhig und besonnen. So jedenfalls stelle ich mir ihre therapeutischen Sitzungen vor. Weil Anne Berlit so ist. Sie hat diese besonders ermutigende Gelassenheit. Das schafft Vertrauen.

Ich erzähle ihr von meinen Gänsehauthärchen damals am JVA-Eingang, Ausweiskontrolle, Taschenabgabe, ein elektronisches Summen, die erste Tür öffnet: Bitte durchgehen. Die jetzt hinter einem liegende Tür schließt, die vor einem liegende Tür ist geschlossen. Es geht weiter bis zu dieser. Wieder sirrt es, klack, die Tür öffnet, drei, vier Schritte, dann erneutes Summen, klack, die Tür schließt. Wie sich Raubkatzen im Käfig fühlen, wusste ich ab da für ewig.

Anne Berlit schmunzelt, kennt das Gefühl einer „sehr befremdlichen Atmosphäre. Unangenehm ist’s auch, wenn mir Beamtinnen in die Hosentaschen fassen. Aber das gehört dazu. Vorschrift.“

Einfluss darauf, wer zur Kunststunde kommt, hat sie nicht. Nur wie viele teilnehmen, kann sie bestimmen. „Mehr als zehn sollten es nicht sein.“ Und die, die den Sprung von der Warteliste schaffen, gelten nicht als gefährlich. „Fällt dann doch einmal etwas vor, oder fehlt jemand grundlos mehrere Male, ist Schluss mit dem Privileg Kunst.“

Die Welt drinnen ist eng. Zehn Quadratmeter klein sind die Zellen, man spricht lieber von Einzelhafträumen. Sicher ist, dass der Knast Träume frisst. Was bleibt, ist Zeit. Viel Zeit in der Endlosschleife des Haftalltags. Die 120 Minuten Kunst mit Anne Berlit werden ersehnt: Auszeit. Mit Ausblick. „Es ist kaum zu glauben, aber im Laufe der Jahre ist auch bei mir das besondere Gefühl dieser Freiheit angekommen, das sich in diesen jeweils zwei Wochenstunden im geschlossenen Raum entwickelt.“ Sagt eine starke Frau. Und eine engagierte Künstlerin.

In diesem oder nächstes Jahr will Anne Berlit ein Buch zur Kunst im Knast rausbringen. Es wird gut werden.


Flaschenpost- Nachrichten aus Hörstel, dem Tor zur Welt, Projektstipendium, DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst, 2015

„Flaschenpost- Nachrichten aus Hörstel,  dem Tor zur Welt“
Projektstipendium KunstKommunikation

Auf digitalem Wege werden wir mit Nachrichten überflutet. Die Flaschenpost ist eine individuelle »Post«, selten zu finden und deshalb besonders wertvoll. Unter dem Motto »Was ist mir wichtig der Welt mitzuteilen« sammelt Anne Berlit geheime, persönliche Nachrichten, die in Flaschenposten verwahrt werden. Mit diesen hat die Künstlerin eine Skulptur entwickelt, die harmonisch in Form und Funktion die Flaschen hält, wenig wiegt, sich unmittelbar nach der Freisetzung in der Nordsee rückstandlos auflöst und die Flaschen freigibt, damit sie zu ihren noch unbekannten Empfängern gelangen können.

Herzlich laden wir Sie zu zwei besonderen Kunstereignissen ein:

Mi 23.09.15 | 18.00 Uhr | Flaschenpost-Aktion im Museum
»Windstärke 10«, mit Führung durch das Wrack- und Fischereimuseum,
Ohlroggestraße 1, 27472 Cuxhaven

Do 24.09.15 | 8.00 Uhr | Aussetzung der Flaschenpostskulptur mit dem
legendären Feuerschiff Elbe I, Ganztages-Tour mit Stippvisite auf der Insel Helgoland, Rückkehr 22.00 Uhr. Treffpunkt: Anleger Alte Liebe Cuxhaven

Wenn Sie an einem dieser Kunst-Ereignisse teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis 01.09.15 an unter Tel. 05459-91 46 0 oder da-kunsthaus@kreis-steinfurt.de

Realisierung in Kooperation mit dem Museum „Windstärke10“ Wrack u. Fischereimuseum Cuxhaven, dem Feuerschiff Elbe I, dem Cuxhavener Kunstverein
sowie der Unterstützung durch die Firma B.u. W. Schmidt GmBH Garbsen,
gefördert von der Stifung Kunst und Kultur Münsterland

www.da-kunsthaus.de
www.cuxhavener-kunstverein.de
www.facebook.com/flaschenpostanneberlit